Schnell zum Ziel

Verpackungsstahl von Rasselstein: Effizient, innovativ, nachhaltig

METPACK Essen,  10.05.2011

Pressekonferenz zur METPACK 2011

Dr. Ulrich Roeske
Vorsitzender des Vorstands der Rasselstein GmbH

„Willkommen in der Welt der Metallverpackungen“ – so hat Sie die Messe Metpack eingeladen und heute begrüßt. Gerne schließe ich mich dem freundlichen Willkommensgruß an.

 „Willkommen in der Welt des Verpackungsstahls“ – so möchte ich es für Rasselstein, Deutschlands einzigen Hersteller dieses Werkstoffs, präzisieren. Herzlichen Dank, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind und sich Zeit für diesen Termin genommen haben.

Kurz und knapp werde ich Ihnen zum einen darlegen, wie wir von Rasselstein die heutige Situation der Verpackung aus Stahl sehen und wie wir die Zukunft einschätzen, welche Chancen und welche Herausforderungen wir aus unserer Perspektive sehen.

Zum zweiten möchte ich Ihr Interesse auf ein halbes Dutzend Themen lenken, denen wir uns gegenwärtig, zum Teil schon seit einigen Jahren, widmen. Es sind die Themen, die wir zu diesem Messeanlass mitgebracht haben und über die wir an unserem Stand mit Ihnen und unseren Kunden in den nächsten Tagen reden wollen.

Also: Mit welchen Innovationen und Lösungsansätzen stellt sich Rasselstein auf die Zukunft ein? Das ist mein Thema für heute Mittag. Noch einmal: Danke für Ihr Kommen und herzlich willkommen dazu.

Kurz nach Ende der letzten Metpack, 2008, hat uns weltweit zunächst die Banken- und Finanzkrise und gleich darauf der heftige Einbruch der gesamten Wirtschaft, insbesondere auch der Stahlindustrie, beschäftigt. Schneller als erwartet sind wir heute in Deutschland weitgehend aus den Schwierigkeiten wieder heraus und, so können wir es für unser Mutterunternehmen ThyssenKrupp Steel Europe sagen, wieder zurück auf dem Wachstumspfad.

Wir Rasselsteiner können im Rückblick sagen, dass die Krise glimpflicher verlaufen ist, als wir anfangs befürchten mussten. Ja, doch, wir mussten ein paar Monate lang das Instrument der Kurzarbeit einsetzen, aber insgesamt sind wir mit einem Rückgang von rund 10 Prozent gut durch diese Zeit gekommen. Die Stahlbranche insgesamt, aber auch manche unserer direkten Wettbewerber mussten mit deutlich größeren Einbußen zurechtkommen. Wir konnten uns deshalb so gut behaupten, weil unsere Kunden in schwierigem Marktumfeld uns die Treue gehalten haben. Eine bemerkenswerte Tatsache, wie wir finden.

Die heutige Marktsituation ist deutlich erfreulicher, wenn auch nicht ohne Schatten. Manches erinnert bereits an die Überhitzungssymptome, wie wir sie 2008 schon einmal erlebt haben.

Als mit Abstand größte Veränderung ist an erster Stelle die Revolution im Rohstoffsektor zu nennen.

Preisanstiege in Folge und dazu in Größenordnungen, die die Stahlindustrie in ihrer ganzen Geschichte noch nicht gesehen hat – für Eisenerze wie für Koks­kohle, die beiden mit Abstand wichtigsten Einsatzstoffe unseres Vormaterials. Zu den Preisanstiegen kommt die schockartige Aufkündigung der bisherigen Geschäftsgrundlage der jährlichen Vertragslaufzeit und Preisfindung. Heute ist der weltweite Standard die vierteljährliche Preis- und Vertragsgestaltung; manche reden bereits von monatlichen Perioden. Für unsere Kunden, die Kalkulationssicherheit für Jahre, manchmal sogar mehrere, brauchen, ist das eine schwere Belastung des Geschäfts. Für alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette Metallverpackung ist es eine immense Herausforderung.

Für den Verpackungsstahl kommt verschärfend die Ent­wicklung der Zinnpreise hinzu – ebenfalls höchst volatil und explosionsartig ansteigend auf ein nie zuvor gesehenes Niveau.

Unser Material muss angesichts dieser Umstände seine Wirtschaftlichkeit steigern. Und damit ist bereits das Hauptthema für heute angestimmt: Effizienz.

Neben den täglichen Einflüssen auf unseren Geschäftsverlauf gibt es die langfristigen Veränderungen, die sich für manche Betrachter oft erst im Rückblick auf Jahre und Jahrzehnte als Prozess beschreiben lassen. Sie kommen auf leisen Sohlen daher, ohne spektakuläre Paukenschläge, ohne Zäsuren, aber mit Macht.

Die Wissenschaft hat dafür den von John Naisbitt geprägten Begriff der Megatrends übernommen.

Gemeint sind solche Veränderungsprozesse, die sich weltweit allmählich und nachhaltig vollziehen und die zum grundlegenden Wandel von Einstellungen, Verhaltensmustern und vor allem des Konsumverhaltens führen.

Megatrends zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich über viele Jahre erstrecken und mindestens 15 Jahre in die Zukunft hinein wirken (ZEITHORIZONT), dass sie nicht auf nur einen Kulturraum beschränkt sind, sondern global wirken (REICHWEITE) und dass sie alle Akteure des wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lebens erfassen (WIRKUNGSSTÄRKE). Der wahrscheinlich bekannteste und für diese Kriterien sprechendste Megatrend der letzten Zeit ist die Globalisierung, übrigens ebenfalls ein Begriff von Naisbitt.

Ich will aus der Reihe der wichtigsten Megatrends wie zum Beispiel Ressourcenverknappung, Klimawandel, Demografischer Wandel, Vernetzung, Feminisierung zwei herausgreifen, die ich für unsere Industrie als besonders relevant einschätze: die Verstädterung (Urbanisierung) und die sich wandelnde Mobilität.

Die weiter zunehmende Konzentration großer Bevölkerungen in wenigen Ballungsgebieten, von denen einige bereits die 30-Millionen-Grenze übersteigen, stellt die Wirtschaft vor die Herausforderung, diese Menschen in ausreichender Menge mit gesunden, haltbaren und bezahlbaren Lebensmitteln zu versorgen. Wochenmärkte mit Frischprodukten können das nicht mehr leisten. Gerade in Weltregionen mit extremen Klimaverhältnissen ist diese Versorgung eine Überlebensnotwendigkeit. Angesichts einer bereits auf 7 Milliarden angewachsenen Weltbevölkerung ist der Verderb von Lebensmitteln eine nicht mehr hinzunehmende Verschwendung von Ressourcen. Für beides, Erhalt von Lebensmitteln und sichere Versorgung einer großen Zahl von Menschen, ist die moderne Lebensmitteldose aus Stahl die nach wie vor unübertroffene Lösung. Wir sehen darin eine große Chance für unsere Industrie.

Ein weiterer Megatrend ist die Entstehung neuer Mobilitätsmuster.

Einerseits schrumpft die Welt in vielen Aspekten auf die Größe eines Notebook-Monitors oder eines Smartphones zusammen und lässt uns gleichzeitig überall sein. Andererseits entgrenzen sich Arbeits- und Lebenswelten immer mehr; Orte und Zeiten unserer Beschäftigung und der verschiedenen Phasen des privaten Lebens werden immer fließender. Schon heute ist das Leben-auf-dem-Sprung und ein permanentes Unterwegssein für viele Menschen der Mittelklasse ganz „normaler“ Alltag. Auch das verändert Konsum- und Ernährungsgewohnheiten. Fertiggerichte, „On-the-Go-Consumption“, kleine Snacks für Zwischendurch werden einen Teil unserer Mahlzeiten verdrängen. Eine große Herausforderung für die Verpackungsindustrie. Hier haben wir ein Beispiel dafür, dass die Stahlverpackung ihre Chance und ihren Mehrwert noch viel deutlicher herausarbeiten muss. Vorausschauende Entwicklung wird die Entwicklung innovativer Werkstoffe einschließen, die diesen neuen Verwendungszwecken gerecht werden.

Der aktuell wirkende Schock der japanischen Atomkatastrophe bewirkt weltweit ein Umdenken und eine Neuorientierung der politischen Maßstäbe. Es darf angenommen werden, dass damit die Megatrends des ökologischen und ethischen Konsumverhaltens noch mehr beschleunigt werden. Gleichzeitig ist zu vermuten, dass der laufende weltweite politische Prozess zur Eindämmung des Klimawandels und zur Ressourcenschonung verstärkt wird.

Was ich Ihnen hier stichwortartig skizziere, aktuelle und langfristige Notwendigkeiten, konvergiert für uns in der Erfordernis, dass moderne Verpackungen und Packstoffe im umfassendsten Sinne des Wortes „nachhaltiger“ werden müssen.

Nachhaltiger heißt:

  • Verpackungen müssen effizienter hergestellt werden – dabei weniger Rohstoffe, Energien und Arbeit verbrauchen.
  • Verpackungen müssen in ihrem kompletten Nutzungszyklus –Materialherstellung, Verpackungsproduktion, Abfüllung, Transport, Lagerung, Handel, Verwendung im Haushalt, Wiedereinsammlung und neue Verwertung im Wertstoffkreislauf – Energie und Ressourcen schonend sein.
  • Verpackungen müssen ihr Füllgut unter allen Umgebungsbedingungen optimal schützen, es sicher und kostengünstig transportabel und dem Verbraucher leicht zugänglich machen.

Kurzum: Modernes, hoch optimiertes Weißblech, Verpackungsstahl, wie ihn Rasselstein heute herstellt und für morgen weiter entwickelt, ist das Material der Zukunft und am besten geeignet, den neuen Herausforderungen gerecht zu werden.
Schon heute steht die Stahlverpackung in puncto Nachhaltigkeit stark gerüstet im Wettbewerb: optimale Recycling-Eigenschaften und eine entsprechend unübertroffene Recycling-Quote machen es einzigartig.

Die Stahlverpackung hat dabei Jahrzehnte des Fortschritts bei Energie- und Ressourceneffizienz der Stahlindustrie ebenso „im Gepäck“ wie ihr eigenes ausgefeiltes Knowhow.

Wir erfinden keine neue Zukunft, aber wir setzten die weit fortgeschrittene und noch weitergehende Geschichte der Materialeffizienz von Verpackungsstahl fort: immer mehr und immer bessere Verpackung aus weniger eingesetzten Ressourcen.

Rasselstein präsentiert seine aktuelle Leistungsfähigkeit unter dem Leitbegriff „Effizienz“.

Das Thema ist für uns nicht neu. Wir wissen, dass es billigere Hersteller als uns gibt. Wir selber verlangen deshalb schon seit eh und je von uns, dass Rasselsteiner Material einen erhöhten Kundennutzen etwa in der Gleichmäßigkeit der Qualität, der Prozesssicherheit und in der Reaktionsgeschwindigkeit der technischen Kundenberatung bietet. Unsere Kundennähe und Innovationsfähigkeit haben sich in ausgesprochen guter Reputation Rasselsteins niedergeschlagen, an deren weiterer Verbesserung wir mit allen Kräften arbeiten.

Auf dieser Grundlage sind es fünf Aspekte der Effizienzsteigerung bei Rasselstein, die ich Ihnen heute vorstellen möchte.

1. Dickenreduzierung

Dass wir „dünn“ können, haben wir immer schon experimentell nachgewiesen. Die wesentlichen Meilensteine in der Reduktion von Stahldicken in der Verpackungsherstellung in den letzten Jahrzehnten sind von Rasselstein maßgeblich beeinflusst und vorangetrieben worden. Auch jetzt sind wir mit unseren Möglichkeiten den industriellen Anwendungen immer einen Schritt voraus. Deutlich erhöht haben wir die Verfügbarkeit dünnerer Materialien für nahezu alle denkbaren Anwendungen – und zwar in industriellem Maßstab. Unsere Prozesskette ist in der Lage, bislang oft nur als Proben erhältliche Abmessungen heute zuverlässig in jeder gewünschten Menge zur Verfügung zu stellen. Damit kann höhere Materialeffizienz in allen Verpackungssegmenten verwirklicht werden: vom Partyfass bis zum Kronenkorken, von der Getränkedose, über den Aufreißdeckel bis zur Wand der Lebensmitteldose.

2. Nulleinhundert

Für unser Spitzenprodukt, das wir ebenfalls schon seit Jahren experimentell beherrschen, haben wir nicht nur die volle Lieferfähigkeit unsererseits herbeigeführt. Gemeinsam mit namhaften Partnern der Zulieferindustrie präsentiert Rasselstein die volle Anwendbarkeit des ultradünnen Verpackungsstahls in der Dicke von nur noch 100 µ-Meter in allen Schritten der Verpackungsherstellung. Nutznießer wird schrittweise die dreiteilige Lebensmitteldose sein. Tiefgezogene und zweiteilige Menüschalen werden attraktiver und wettbewerbsfähiger im Anwendungsbereich Convenience-Food.

3. HF – High Formability

Mit verbesserten Dehneigenschaften steigert Rasselstein die Formbarkeit von Verpackungsstahl. Gleichzeitig mit der Effizienz erhöht sich damit das Differenzierungspotential von Verpackungsstahl. Im Markt ist bereits eine Anwendung als hochwertige Viereck-Dose („smooth tin“). Dabei ist die qualitative Kompromisslosigkeit der Schmuckdose die große Herausforderung, der unser Material bei gleichzeitiger Einsparung standhält. Auch in weiteren Anwendungsgebieten werden sich die vorteilhaften Eigenschaften durchsetzen.

4. HSF – High Strengh and Formability

Auch Deckel und Böden sind im Fokus der Effizienzsteigerung. Verbesserte Materialeigenschaften sowohl bei Festigkeit als auch bei Dehnung erlauben dünnere Dicken bei Deckeln und Böden. Bei diesen Komponenten steht in gesteigertem Maße die Prozesssicherheit im Zentrum.

5. Neues Verfahren der Einölung – Verbesserte Benetzbarkeit.

Oberflächenverzinnter Verpackungsstahl ist nicht ohne weiteres sofort einsetzbar. In den meisten Fällen wird die Oberfläche vor der mechanischen Weiterverarbeitung noch lackiert. Spezielle Verfahren der Oberflächenvorbehandlung gehören deshalb zum Herstellungsprozess von Weißblech. Exzellentes Glanzbild der Zinnoberfläche und hervorragende Lackhaftung bietet eine von Rasselstein neu entwickelte Einölung, die ihren Anwendungstest bei namhaften Kunden bestanden hat.

Meine Damen und Herren,

Neuerungen im Bereich der Stahlverpackung ähneln in gewisser Weise den Megatrends. Sie kommen in unscheinbaren Schritten und nur selten mit einem großen Durchbruch daher. Erst im Rückblick sehen manche Verbraucher, was sich geändert hat. Die heutige Lebensmitteldose hat außer ihrer Geometrie kaum noch etwas mit ihrem historischen Vorbild gemeinsam, am wenigsten das Materialgewicht und die Effizienz ihres Herstellungsprozesses.

200 Jahre Geschichte der Lebensmittelverpackung aus Stahl hat unsere Branche im vergangenen Jahr gefeiert – übrigens gleichzeitig mit 75 Jahren Stahl-Getränkedose, die eine ähnlich radikale Geschichte der Dickenreduzierung und Steigerung der Materialeffizienz erlebt hat.

Rasselstein hat die Geschichte der Entstehung neuer Verpackungen und ihrer kontinuierlichen Verbesserung bis hin zu den ultradünnen und hocheffizienten Materialien der Gegenwart entscheidend mitbestimmt. Vom ersten Tag an. Denn noch länger als die industrielle Weißblechherstellung gibt es dieses Unternehmen am mittelrheinischen Standort. Seit 251 Jahre werden, zunächst in Neuwied, dann auf der gegenüberliegenden Rheinseite in Andernach unter dem Namen Rasselstein innovative Stahlprodukte entwickelt und hergestellt. Als erstes deutsches Unternehmen mit damals neuester Walztechnik ausgerüstet, konnte Rasselstein 1835 die Schienen für die Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth liefern und damit den unaufhaltsamen Megatrend der Massenmobilität in Deutschland beschleunigen helfen. Als einziges deutsches Unternehmen hat sich Rasselstein unter vielen weniger erfolgreichen Weißblechherstellern durch die Jahrzehnte hindurch behaupten können – nicht zuletzt aufgrund seiner hohen Innovationskraft und Veränderungsbereitschaft. Vor gut 75 Jahren war es die revolutionierende Technik der elektrolytischen Oberflächenverzinnung ganzer Stahlbänder, die Rasselstein entwickelte. Heute ist das weltweiter Standard. Rasselstein verfügt über die branchenweit längste Erfahrung mit Innovation und Wandel und vereinigt sie mit einem absolut modernen Stand der Technik, mit Forschergeist und Zukunftsfähigkeit.

Wir von Rasselstein und unsere Partner blicken zuversichtlich nach vorne. Die Zukunft ist voller Chancen für unser Produkt.

 


Messethemen der METPACK 2011
Rasselstein – Your Quality Partner

Effizient, innovativ nachhaltig

 
Dr. Ulrich Roeske, Vorstandsvorsitzender:

Aktuelle Termine